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García Aparicio, Benjamín: Geografía física y económica de la República Argentina. Alsina y Bolívar, Librería del colegio, 1918, 145–147.

"Ethnographie"


[S. 145]

LEKTION XXIV.

Ethnographie . – Ethnische Elemente, die zur Herausbildung des argentinischen Volkes beigetragen haben. – Einwanderung und Auswanderung.

Ethnographie.

Die Ethnographie 1 des argentinischen Volkes, wenn man dieses in seinem Ursprung und seiner kurzen historischen Entwicklung betrachtet, zeichnet sich durch ihre relative Homogenität aus, welche das ethnische Merkmal aller amerikanischen Nationen lateinischen Ursprungs ist.

Die spanische Rasse a , die das Territorium eroberte und es bis zur Zeit der politischen Organisation b als einzige besiedelte,

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hat den Typus des Kreolen c ergeben. Dieser Typus, authentischer Repräsentant der einheimischen Bevölkerung, behält zwar die physischen Merkmale seiner Vorfahren, unterscheidet sich von ihnen aber in seiner Lebensart, was insbesondere den geographischen Umständen geschuldet ist.

In den vier Regionen des Staatsgebiets weist der Typus des Kreolen des einfachen Volkes aufgrund der Kreuzung des Blutes mit dem Indigenen und aufgrund der Bedingungen, die ihm bei der sozialen Interaktion durch das Volk auferlegt sind, spürbare Veränderungen auf. Aus dieser Kreuzung hat sich der Typus des Mestizen gebildet, in dem sich auf erstaunliche Weise Züge der iberischen und amerikanischen Rasse kombinieren.

Es kommt auch, obgleich zu sehr geringem Anteil in der Kreuzung, der schwarze Typus aus Guinea hinzu, der zu Beginn des XVIII. Jahrhunderts importiert worden ist, dessen Zuwanderungsstrom aber mit dem Jahr 1825 vollkommen versiegte, als die Abschaffung des Sklavenhandels verkündet wurde. 2

Man könnte als Beispiele für Mestizen den guaraní der Küste (der Provinz Corrientes), den quichúa (aus der Provinz Santiago del Estero) aus dem Flach-

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land des N. d , den gaucho aus dem Flachland des S. e , den coya der Puna f und den huarpe (aus der Region Cuyo) anführen. Aber diese Typen tendieren dazu, sich durch den Kontakt mit g der europäischen Einwanderung zu verändern, die seit dem letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts in den Hauptproduktionszentren des Landes niederlässt.

Bei den Einheimischen der Bundeshauptstadt ist der Einfluss des Kosmopolitismus am stärksten zu bemerken, vor allem in den ethnischen Merkmalen der Bevölkerung.

[1] [Im Schulbuch Fußnote Nr. 1, S. 145:] Die Ethnographie untersucht die Völker, die Eingeborenenstämme oder ethnographischen Gruppen ( etnos = Volk). Spezies werden Tiertypen genannt, die durch die Zeitalter hindurch fortbestehen und den Einflüssen von Ort und Zeit widerstehen. Die Bezeichnung Rasse bezieht sich auf die unterschiedlichen Ausformungen der Spezies zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten.

Spezies und Rasse sind eine Menge von Merkmalen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Die Spezies repräsentiert Stabilität, die Rasse die Veränderbarkeit.

Eine Spezies umfasst so viele Rassen wie mit dem Typus vereinbare Abwandlungen, und da sich die Veränderungen in den Organen vollziehen, ergibt sich, dass die Anzahl der möglichen Rassen direkt von der organischen Komplexität abhängt, und dass die menschliche Spezies diejenige ist, die am meisten Varianten bieten kann.

Um die Rassen voneinander zu unterscheiden, berücksichtigt man verschiedene Merkmale; wie Körpergröße, Schädelvolumen, Schädelebene, Hautfarbe, Augenfarbe, Haarfarbe und -struktur, etc..

[2] [Im Schulbuch Fußnote Nr. 1, S. 145:] Der Typus des Kreolen, der zugleich von Europäern, Indianern und zu geringerem Anteil auch von Schwarzen abstammt, hat eine ausgezeichnete Intelligenz und zugleich eine bewundernswerte Geschicklichkeit und Zähigkeit für körperliche und landwirtschaftliche Gewerbe, die unseren ersten Wohlstand erwirkt haben. […]

[a] Der Begriff raza kann auch Volk heißen; die ÜbersetzerInnen.

[b] Gemeint ist wohl bis zur Unabhängigkeit Argentiniens ; die ÜbersetzerInnen.

[c] In diesem Kontext bezeichnete der Begriff „Kreolen” („criollos“) Personen europäischen Ursprungs, vor allem Spanier, die schon auf dem Gebiet des späteren Argentinien geboren waren. Zu den unterschiedlichen und sich wandelnden Bedeutungen des Begriffes im Spanischen, Portugiesischen, Englischen und Französischen vgl. Bauer, Ralph; Mazzotti, José Antonio (2009): Introduction. Creole Subjetcs in the Colonial Americas. In: Ralph Bauer und José Antonio Mazzotti (Hg.): Creole subjects in the colonial Americas. Empires, texts, identities . Chapel Hill: University of North Carolina Press, 1–57, hier 3-6, 52-54; die ÜbersetzerInnen.

[d] Nordens; die ÜbersetzerInnen.

[e] Südens; die ÜbersetzerInnen.

[f] Eigenname einer argentinische Hochebene; die ÜbersetzerInnen.

[g] Wörtlich: durch oder wegen ; die ÜbersetzerInnen.

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